
Nachruf auf Elisabeth Breit-Schröder
06. Oktober 1949 – 13. Mai 2026
Wir trauern um Elisabeth Breit-Schröder.
Sie verstarb am 13. Mai dieses Jahres auf der Palliativstation des Klinikums an ihrem Wohnort Starnberg. Ende November 2025 hatte sie auf dem Weg zu einem ihrer Seminare eine schwere Gehirnblutung erlitten. Es folgten eine Operation, intensivmedizinische Behandlung und Frührehabilitation. Die Hoffnung ihrer Angehörigen auf eine anhaltende gesundheitliche Besserung erfüllte sich leider nicht.
Elisabeth Breit-Schröder, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Systemische Therapeutin/Familientherapeutin (DGSF), Lehrende für Systemische Therapie und Beratung (DGSF), Lehrende für Systemische Supervision (DGSF) sowie Lehrtherapeutin für körperorientierte Psychotherapie (MAK), war viele Jahre in der Suchttherapie sowie an einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle tätig (1977–1986). Mit ihrer Praxis für Einzel-, Paar- und Familientherapie, Supervision und Coaching in München sowie ihrer umfangreichen Lehr- und Fortbildungstätigkeit in verschiedenen Institutionen gab sie ihr außergewöhnliches Wissen und ihre langjährige Erfahrung mit großer Leidenschaft an unzählige Menschen weiter.
Das Münchener Institut für Systemisch-Integrative Therapie e.V. (MiSiT), eines der ältesten Familientherapieinstitute im Dachverband der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF), verliert mit ihr eine über viele Jahre prägende und leitende Kollegin.
Elisabeth Breit-Schröder gehörte zu den Gründungsmitgliedern des 1975 unter anderem von Martin Kirschenbaum (Ph.D.) und Carole Gammer (Ph.D.) ins Leben gerufenen Instituts. George Downing (Ph.D.) ergänzte das Weiterbildungskonzept um den von ihm entwickelten innovativen körperorientierten Ansatz. Elisabeth Breit-Schröder unterrichtete diesen – zunächst gemeinsam mit Monika Schnatmann, später mit Andrea Opitz-Gerz – von Beginn an bis zuletzt im Weiterbildungsprogramm und integrierte ihn in den systemischen Ansatz. Diese Verbindung wurde zum Markenzeichen unseres Instituts. Bis heute arbeitet MiSiT e.V. eng mit der Münchener Arbeitsgruppe für körperorientierte Psychotherapie (MAK) zusammen.
2011 übernahm Elisabeth Breit-Schröder den Vorsitz unseres Instituts. Im selben Jahr führte sie in Kalifornien ein mehrtägiges Interview mit Martin Kirschenbaum über sein Leben und seine Arbeitsweise. Daraus entstand der Film „Martin J. Kirschenbaum – ein Portrait“. Der Film wurde bei mehreren großen Fachtagungen gezeigt und anschließend als DVD veröffentlicht.
2013 wurde MiSiT e.V. von der DGSF als akkreditiertes Weiterbildungsinstitut anerkannt. Seither werden jährlich vom Dachverband zertifizierte dreijährige Weiterbildungen in Systemischer Familientherapie angeboten. Dieses Angebot wurde unter anderem durch Aufbauweiterbildungen in Systemischer Supervision erweitert.
Von 2014 bis 2019 arbeitete Elisabeth Breit-Schröder im Planungs- und Vorbereitungsteam für den Aufbau einer Ausbildung in Systemischer Psychotherapie in München mit. Sie unterstützte die Gründung von ASYSTH und war dort anschließend Mitglied des Ausbildungsausschusses.
Bis 2023 war Elisabeth Breit-Schröder Institutsvorsitzende. Darüber hinaus blieb sie als Weiterbildungsleiterin aktiv. Auf der Feier zum 50-jährigen Bestehen von MiSiT e.V. am 14. November 2025 führte sie mit einem eindrucksvollen Rückblick durch die Geschichte des Instituts. Zu diesem Anlass wurde ihr in Würdigung ihrer Verdienste die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen.
Elisabeth Breit-Schröder hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk. Sie prägte die Geschichte unseres Instituts nicht nur durch ihre langjährige Leitungsverantwortung, sondern auch inhaltlich durch die Integration körperorientierter Methoden in die Systemische Therapie. Neben der Körpertherapie lagen ihr bis zuletzt insbesondere die paartherapeutischen Seminare am Herzen, die sie mit großem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz leitete. Ihre Lehrtätigkeit wollte sie erst im Jahr 2027 beenden.
In den vergangenen Jahren bildete sie gezielt Nachfolger zu Lehrtherapeut aus, um die Zukunft unseres Instituts zu sichern. Für ihren Weitblick, ihren Innovationsgeist sowie ihre unermüdliche Präsenz und Zuverlässigkeit – auch in herausfordernden Zeiten wie der Corona-Pandemie – sind wir ihr von Herzen dankbar.
Es fällt schwer, diesen vollkommen unerwarteten und schmerzlichen Verlust zu begreifen. In diesen Wochen sind unsere Gedanken besonders bei ihrem Lebenspartner sowie ihrem Sohn mit seiner Familie.
München, den 22. Juni 2026
Für den Vorstand und die Weiterbildungsleitungen von MiSiT e.V., Dominik Cammerer
Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Dienstag, den 14. Juli 2026, um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Ulrich in Starnberg-Söcking statt.

